Das Google-Unternehmensprofil
ist Deine zweite Startseite.
Für viele Betriebe ist das Unternehmensprofil bei Google wichtiger als die eigene Website. Es erscheint weiter oben, es beantwortet die drei Fragen, die Kunden zuerst haben, und es kostet nichts. Trotzdem steht es bei den meisten halb ausgefüllt herum.
Warum das Profil oft mehr bringt als die Startseite
Wer „Elektriker in der Nähe" oder „Zahnarzt Notdienst" sucht, bekommt zuerst eine Karte mit drei Einträgen. Erst darunter kommen die Websites. Diese drei Einträge stammen aus Unternehmensprofilen – und wer dort nicht auftaucht, ist für den Großteil der Suchanfragen mit Ortsbezug nicht vorhanden.
Dazu kommt: Das Profil beantwortet genau die Fragen, mit denen eine Kaufentscheidung beginnt. Habt ihr jetzt offen? Wie weit ist das? Wie ist die Telefonnummer? Wie sehen die Bewertungen aus? Wer das gut beantwortet, bekommt den Anruf, bevor jemand eine Website öffnet.
Einrichten in sechs Schritten
- Rufe das Google-Unternehmensprofil auf und melde Dich mit dem Geschäftskonto an – nicht mit einer privaten Adresse, die in fünf Jahren niemandem mehr gehört.
- Suche zuerst nach Deinem Betrieb. Oft existiert schon ein Eintrag, den Google aus anderen Quellen erzeugt hat. Dann beanspruchst Du ihn, statt einen zweiten anzulegen.
- Wähle die Hauptkategorie so eng wie möglich. „Elektriker" schlägt „Dienstleister". Die Hauptkategorie entscheidet mit darüber, bei welchen Suchen Du erscheinst.
- Trag Adresse und Einzugsgebiet ein. Wer zum Kunden fährt statt Kundschaft zu empfangen, kann die Adresse ausblenden und nur das Gebiet zeigen.
- Bestätige den Eintrag. Meistens per Postkarte an die Geschäftsadresse, manchmal per Telefon oder Video. Ohne Bestätigung erscheint das Profil nicht vollständig.
- Fülle alles aus, was angeboten wird: Öffnungszeiten inklusive Feiertagen, Leistungen, Fotos, Beschreibung, Zahlungsarten.
Die Angaben, an denen es meistens hakt
Öffnungszeiten inklusive Feiertagen
Ein falsch angezeigtes „Geöffnet" kostet einen echten Kunden, der vor verschlossener Tür steht – und oft eine schlechte Bewertung dazu. Feiertage und Betriebsferien lassen sich im Voraus eintragen. Zehn Minuten einmal im Jahr.
Echte Fotos, regelmäßig ergänzt
Profile mit Fotos vom Betrieb, vom Team und von fertigen Arbeiten wirken belegbar. Stockfotos erkennt jeder, und sie erzeugen genau das Gegenteil von Vertrauen. Ein Foto pro Monat reicht.
Die Beschreibung
Sie ist kein Werbetext. Schreib in normalen Sätzen, was ihr macht, für wen, und was den Betrieb ausmacht. Wer sie mit Schlagworten füllt, verschenkt den Platz.
Leistungen einzeln eintragen
Statt „Sanitär" lieber die Einzelleistungen: Badsanierung, Heizungswartung, Rohrreinigung, Notdienst. Jede davon ist eine eigene Suchanfrage.
Bewertungen: der Teil, den man nicht kaufen kann
Bewertungen sind der sichtbarste Teil des Profils und der einzige, den Du nicht selbst schreiben darfst. Gekaufte Bewertungen sind ein Verstoß gegen die Richtlinien und werden erkannt; der Schaden ist größer als der Nutzen.
Was funktioniert, ist Fragen – direkt nach dem Auftrag, wenn die Zufriedenheit noch frisch ist. Am besten mit einem Link, der direkt zum Bewertungsfeld führt, damit niemand suchen muss. Wer das in seinen Ablauf einbaut statt es sich vorzunehmen, bekommt stetig Bewertungen statt drei Stück im ersten Monat und danach nichts mehr.
Auf Bewertungen antworten lohnt sich, auf gute wie auf schlechte. Bei einer schlechten Bewertung liest die Antwort nicht der Verfasser, sondern der nächste Interessent. Sachlich bleiben, den Punkt aufnehmen, eine Lösung anbieten – das wirkt mehr als jede Verteidigung.
Profil und Website gehören zusammen
Name, Adresse und Telefonnummer müssen im Profil, im Impressum und im Footer identisch sein. Nicht ähnlich – identisch, bis zur Schreibweise der Straße. Abweichungen machen es Google schwer, beides derselben Firma zuzuordnen.
Und: Verlinke aus dem Profil nicht immer nur auf die Startseite. Wer nach einer bestimmten Leistung sucht, sollte auf der Seite zu dieser Leistung landen.

