Die Karte lädt,
bevor jemand fragt.
Eine Karte auf der Kontaktseite ist selbstverständlich – und sie ist einer der häufigsten Datenschutzverstöße auf Betriebswebsites. Der Grund: Sie lädt beim Seitenaufruf, nicht beim Klick, und überträgt dabei Daten an einen Anbieter außerhalb der EU.
Was beim Einbetten wirklich passiert
Eine eingebettete Karte ist ein Fenster zu einem fremden Server. Sobald die Seite geladen wird, ruft der Browser diesen Server auf – mit der IP-Adresse des Besuchers, Angaben zum Gerät und zur aufgerufenen Seite. Das geschieht, bevor jemand die Karte auch nur ansieht.
Nach der DSGVO und den Regeln zum Zugriff auf Endgeräte braucht es dafür eine Einwilligung. Ein Hinweis in der Datenschutzerklärung genügt nicht, wenn die Karte ohnehin schon geladen hat. Gerichte haben sich dazu mehrfach geäußert, und die Richtung ist eindeutig.
Die Lösungen, von einfach nach aufwendig
- Bild mit Link. Ein Kartenausschnitt als Bild, darunter „Route planen" als Link. Kein fremder Aufruf, keine Einwilligung nötig, schnellste Ladezeit. Für die allermeisten Betriebe die richtige Lösung – denn wer die Route will, öffnet sie ohnehin lieber in seiner eigenen Karten-App.
- Zwei-Klick-Lösung. Statt der Karte erscheint eine Vorschau mit Hinweis. Erst ein Klick lädt die Karte und gilt als Einwilligung. Rechtlich sauber, wenn der Hinweis klar ist.
- Einbindung über das Einwilligungsbanner. Die Karte lädt erst, wenn im Banner zugestimmt wurde. Setzt voraus, dass das Banner wirklich blockiert – viele tun das nicht.
- Kartendienst mit Verarbeitung in der EU. Es gibt Anbieter auf Basis offener Kartendaten, die in Europa gehostet werden. Aufwendiger einzurichten, dafür ohne Drittlandthema.
- Selbst gehostete Karte aus offenen Kartendaten. Volle Kontrolle, technisch am aufwendigsten. Für Betriebe selten nötig.
Was auf jeden Fall dazugehört
- Der Kartendienst gehört in die Datenschutzerklärung, mit Anbieter, Zweck und Hinweis auf die Verarbeitung außerhalb der EU.
- Die Adresse muss auch ohne Karte auf der Seite stehen – als Text, damit sie kopierbar und für Suchmaschinen lesbar ist.
- Ein Link „Route planen" ist nützlicher als die Karte selbst, weil er auf dem Telefon direkt die Navigation öffnet.
- Hinweise zur Anfahrt in Worten: Parkmöglichkeit, Eingang, Hinterhof. Das beantwortet mehr Fragen als jede Karte.
Dieser Beitrag ordnet ein und ersetzt keine Rechtsberatung.
Warum weniger hier mehr ist
Eine eingebettete Karte ist eines der schwersten Elemente einer Seite. Sie lädt umfangreichen Programmcode, Kartenkacheln und Schriften – oft mehr als der gesamte übrige Seiteninhalt. Auf dem Telefon über Mobilfunk ist das deutlich spürbar.
Ein Bild mit Link ist schneller, datenschutzfreundlich und für den Besucher sogar praktischer. Das ist der seltene Fall, in dem die rechtlich sauberste Lösung auch die beste Lösung ist.

