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WordPress, Baukasten
oder eigene Technik?

Die Systemfrage wird oft zuerst gestellt und ist selten die wichtigste. Trotzdem hat jeder Weg Eigenschaften, die man vorher kennen sollte – vor allem bei der Pflege und beim Ausstieg.

2 Minuten Lesezeit

Baukasten

Baukästen sind darauf ausgelegt, dass jemand ohne Vorkenntnisse in wenigen Stunden etwas Vorzeigbares hat. Das gelingt ihnen gut. Hosting, Sicherheit und Updates sind enthalten; darum musst Du Dich nicht kümmern.

Die Grenzen: Du bewegst Dich im Rahmen der Vorlagen. Wird es individueller, wird es umständlich oder unmöglich. Die Ladezeit ist selten gut, weil viel mitgeliefert wird, was Deine Seite nicht braucht. Und der wichtigste Punkt: Die Seite lebt auf einer fremden Plattform. Ein Umzug heißt Neubau.

WordPress

WordPress betreibt einen großen Teil des Netzes. Es gibt für alles eine Erweiterung, für jede Aufgabe mehrere Wege und jede Menge Leute, die damit arbeiten. Das ist die Stärke.

Die Kehrseite ist der Wartungsaufwand. Kern, Theme und jede Erweiterung brauchen regelmäßig Updates. Wer das laufen lässt, hat nach einem Jahr eine Seite mit bekannten Sicherheitslücken – und WordPress ist wegen seiner Verbreitung ein beliebtes Ziel für automatisierte Angriffe.

Der zweite Punkt ist Geschwindigkeit. Eine WordPress-Seite mit fünfundzwanzig Erweiterungen lädt spürbar langsamer als eine ohne. Das lässt sich beherrschen, aber es ist Arbeit.

Individuell gebaut

Der dritte Weg: eine Seite, die genau aus dem besteht, was sie braucht. Kein Baukasten, keine fremden Erweiterungen, kein mitgelieferter Ballast.

Vorteile: Sie ist schnell, weil nichts Überflüssiges geladen wird. Sie ist sicher, weil es wenig Angriffsfläche gibt. Sie lässt sich genau auf die Abläufe zuschneiden, die dahinter laufen sollen.

Voraussetzung: Es braucht jemanden, der sie baut und betreut. Das ist kein Nachteil, solange die Betreuung geregelt ist – aber es ist eine Entscheidung für eine Zusammenarbeit, nicht für ein Produkt.

Die Frage, die wichtiger ist als das System

Wem gehört die Seite? Konkret: Wem gehört die Domain, wo liegen die Dateien, und wer kommt an sie heran?

  1. Die Domain sollte auf Deinen Namen registriert sein, nicht auf den einer Agentur. Das ist der wichtigste Punkt überhaupt.
  2. Du brauchst Zugang zum Hosting – auch wenn Du ihn nie benutzt.
  3. Texte und Bilder sollten in einer Form vorliegen, die Du mitnehmen kannst.

Wer diese drei Punkte klärt, kann jederzeit wechseln. Wer sie nicht klärt, hat irgendwann ein Problem, das nichts mit Technik zu tun hat.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen zum Thema.

Ist WordPress unsicher?
WordPress selbst nicht. Unsicher werden Installationen, die nicht aktualisiert werden, und Erweiterungen aus unklarer Quelle.
Kann ich von einem Baukasten zu WordPress wechseln?
Inhalte ja, Layout nein. Rechne mit einem Neubau und achte darauf, dass alte Adressen weitergeleitet werden, damit die Sichtbarkeit erhalten bleibt.
Was ist mit den KI-Website-Generatoren?
Sie liefern schnell eine ansehnliche Startseite. Die Arbeit beginnt danach: Struktur, Texte mit Substanz, Rechtstexte, Anbindung an Abläufe. Genau daran scheitert es meist, nicht am ersten Entwurf.
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