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Ein Relaunch kann
Sichtbarkeit kosten.

Nach einem Relaunch bricht der Traffic ein – das passiert öfter, als man denkt, und fast immer aus denselben drei Gründen. Alle drei sind vermeidbar, wenn man sie vorher kennt.

2 Minuten Lesezeit

Vorher: den Ist-Zustand sichern

Bevor irgendetwas Neues gebaut wird, brauchst Du eine Bestandsaufnahme. Ohne sie kannst Du hinterher nicht einmal feststellen, ob etwas verloren ging.

  1. Liste aller bestehenden Adressen. Jede einzelne URL, die es gibt – auch alte, vergessene Unterseiten.
  2. Welche Seiten bringen Besucher? Aus der Search Console: welche Adressen bekommen Impressionen und Klicks, für welche Suchbegriffe.
  3. Welche Seiten haben Verweise von außen? Eine Seite, auf die andere verlinken, ist wertvoll. Wenn sie verschwindet, verschwindet der Wert.
  4. Aktuelle Zahlen notieren. Sichtbarkeit, Klicks, Anfragen pro Monat. Ohne Vorher-Wert gibt es kein Nachher.

Der häufigste Fehler: geänderte Adressen ohne Weiterleitung

Wenn /leistungen/heizung nach dem Relaunch /heizungsbau heißt, dann ist die alte Adresse tot. Jeder Link von außen führt ins Leere, und die Position, die diese Seite hatte, ist weg.

Die Lösung ist eine 301-Weiterleitung von jeder alten auf die passende neue Adresse. „Passend" heißt inhaltlich passend – nicht alles auf die Startseite. Eine Sammelweiterleitung auf die Startseite wertet Google wie eine Fehlerseite.

Der zweite Fehler: die Testseite bleibt gesperrt

Während der Entwicklung steht die neue Seite oft auf noindex oder ist per robots.txt gesperrt, damit sie nicht vorzeitig auftaucht. Das ist richtig – und muss zum Start wieder weg.

Es passiert erstaunlich häufig, dass genau das vergessen wird. Die Seite ist live, sieht gut aus, und Google darf sie nicht ansehen. Das fällt erst nach Wochen auf, wenn jemand fragt, warum man nicht mehr gefunden wird.

Der dritte Fehler: weniger Inhalt als vorher

Beim Neubau wird gern aufgeräumt. Aus zwölf Seiten werden vier, aus langen Texten werden knackige Sätze. Das Ergebnis sieht besser aus – und rankt schlechter, weil der Inhalt fehlt, mit dem die alten Seiten gefunden wurden.

Aufräumen ist richtig. Aber prüfe vorher, welche der alten Seiten Besucher gebracht haben. Was Traffic bringt, wird nicht gelöscht, sondern überarbeitet.

Am Starttag

  1. Weiterleitungen testen – jede einzelne, nicht stichprobenartig.
  2. noindex und robots.txt prüfen.
  3. Neue Sitemap in der Search Console einreichen.
  4. Impressum, Datenschutz und Einwilligungshinweis auf Vollständigkeit prüfen.
  5. Kontaktformular absenden und schauen, ob die Mail wirklich ankommt.
  6. Die Seite auf einem echten Telefon im Mobilfunknetz öffnen.

In den Wochen danach

Ein Rückgang in den ersten ein bis zwei Wochen ist normal – Google muss die neue Struktur erst verstehen. Was danach nicht zurückkommt, ist ein Hinweis auf einen der drei Fehler oben.

Behalte in der Search Console zwei Dinge im Blick: die Zahl der indexierten Seiten und die Fehlerseiten. Steigt die Zahl der 404-Fehler, fehlt eine Weiterleitung.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen zum Thema.

Wie lange dauert es, bis sich die Rankings erholen?
Meist zwei bis sechs Wochen, wenn Weiterleitungen und Inhalte stimmen. Dauert es deutlich länger, liegt ein Fehler vor.
Soll ich die Adressen überhaupt ändern?
Nur wenn es einen Grund gibt. Sprechende Adressen mit dem Suchbegriff sind ein Vorteil, aber kein Grund, funktionierende Adressen anzufassen.
Was, wenn ich die alten Adressen nicht mehr kenne?
Die Search Console und die Server-Logs helfen. Zusätzlich zeigt eine Liste der eingehenden Links, welche Adressen von außen aufgerufen werden.
Der nächste Schritt

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