Warum Angebote für Websites
so weit auseinanderliegen.
Wer drei Angebote für „eine Website" einholt, bekommt oft Zahlen, die um ein Vielfaches auseinanderliegen. Das liegt selten am Stundensatz und fast immer daran, dass drei verschiedene Dinge angeboten wurden.
Warum „eine Website" keine Leistungsbeschreibung ist
„Website" kann eine einseitige Visitenkarte sein oder ein System mit zwanzig Leistungsseiten, eigenen Fotos, Terminbuchung und angeschlossenen Abläufen. Beides heißt gleich und ist nicht dasselbe.
Deshalb ist die erste Frage nie „Was kostet das?", sondern „Was genau soll entstehen?". Wer das nicht klärt, vergleicht am Ende Äpfel mit Werkstätten.
Die sieben Faktoren, die den Preis machen
- Umfang. Wie viele Seiten, und vor allem: wie viele davon bekommen echten, eigenen Inhalt? Eine Seite je Leistung ist der größte Hebel für Sichtbarkeit und gleichzeitig der größte Posten.
- Texte. Wer sie selbst liefert, spart einen erheblichen Teil. Wer sie schreiben lässt, bezahlt Recherche, Gespräche und Überarbeitung — das ist echte Arbeit, keine Formsache.
- Bilder und Film. Ein Fototermin im Betrieb ist ein eigener Posten. Er verändert den Eindruck einer Seite mehr als fast alles andere und ist deshalb selten der falsche Ort zum Sparen.
- Gestaltung. Vorlage anpassen oder eigenständig entwerfen — dazwischen liegt viel Aufwand und ein sichtbarer Unterschied.
- Funktionen. Terminbuchung, Kundenbereich, Shop, Mehrsprachigkeit, Anbindung an eine Branchensoftware. Jede davon ist ein eigenes Projekt im Projekt.
- Technik und Rechtliches. Ladezeit, Barrierefreiheit, Einwilligungsverwaltung, Rechtstexte. Unsichtbar, bis etwas fehlt.
- Betreuung danach. Hosting, Sicherheit, Updates, Änderungen: monatlich enthalten oder jedes Mal einzeln berechnet.
Die zwei Abrechnungsmodelle
Einmalig
Du zahlst die Erstellung, danach gehört Dir das Ergebnis. Klar und überschaubar. Der Haken: Was danach kommt — Updates, Änderungen, Sicherheit —, ist nicht geregelt. In der Praxis passiert dann oft jahrelang nichts.
Monatlich
Ein fester Beitrag, in dem Erstellung, Hosting, Technik, Betreuung und Änderungen enthalten sind. Planbar, und die Seite bleibt gepflegt. Wichtig ist hier die Frage nach Laufzeit und danach: Was passiert, wenn Du kündigst — kannst Du die Seite mitnehmen?
Woran Du ein unseriöses Angebot erkennst
- Ein Festpreis ohne jede Rückfrage zum Umfang. Wer nicht fragt, weiß nicht, was er anbietet.
- Garantierte Platz-1-Rankings. Niemand kann Positionen bei Google garantieren.
- Die Domain wird auf den Anbieter registriert statt auf Dich.
- Lange Laufzeiten ohne klar beschriebene Gegenleistung.
- Kein Zugang zum Hosting und keine Möglichkeit, Inhalte mitzunehmen.
Was Du vor jedem Gespräch klären solltest
Je klarer Du weißt, was Du willst, desto vergleichbarer werden die Angebote. Drei Dinge reichen:
- Was soll die Website erreichen? Anfragen, Termine, Bewerbungen, Verkäufe — oder einfach nur seriös aussehen. Alle Antworten sind in Ordnung, aber sie führen zu verschiedenen Seiten.
- Welche Leistungen sollen einzeln auffindbar sein? Die Liste ist gleichzeitig die Seitenstruktur.
- Wer pflegt sie danach? Du, jemand im Betrieb, oder der Anbieter.
Wer mit diesen drei Antworten in ein Gespräch geht, bekommt ein Angebot, das zum eigenen Fall passt — statt einer Zahl, die zu irgendetwas passt.

