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RECmode
Recht

Gültig ist sie.
Angekommen nicht immer.

Rechnungen per E-Mail sind zulässig und längst der Normalfall. Die Fragen, die in der Praxis Ärger machen, sind andere: Braucht es eine Zustimmung? Muss unterschrieben werden? Und was gilt, wenn der Kunde behauptet, nichts bekommen zu haben?

Von 3 Minuten Lesezeit

Was gilt

  • Zulässig. Eine Rechnung darf elektronisch übermittelt werden. Eine elektronische Signatur ist dafür nicht erforderlich.
  • Zustimmung: Für die einfache Übermittlung per E-Mail war lange die Zustimmung des Empfängers vorgesehen — in der Praxis genügt dafür stillschweigendes Einverständnis, etwa wenn der Kunde die Rechnung widerspruchslos bezahlt. Im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen ist der elektronische Empfang inzwischen ohnehin verpflichtend.
  • Unterschrift: Eine Rechnung braucht keine Unterschrift, weder auf Papier noch elektronisch.
  • Pflichtangaben gelten für jeden Übermittlungsweg gleichermaßen. Was auf Papier hineingehört, gehört auch ins PDF.
  • Ein PDF ist keine E-Rechnung im Sinne der neuen Regeln — dafür braucht es ein strukturiertes Format. Für Privatkunden bleibt das PDF der übliche Weg.

Dieser Beitrag ordnet ein und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Wer beweist den Zugang?

Das ist der Punkt, an dem es teuer wird. Wer sich auf den Zugang einer Erklärung beruft, muss ihn beweisen — und eine abgeschickte E-Mail ist kein Beweis, dass sie angekommen ist.

  1. Der Sendebericht reicht nicht. Er zeigt, dass Du abgeschickt hast, nicht dass zugestellt wurde.
  2. Eine Lesebestätigung hilft nur, wenn sie kommt — sie kann abgelehnt werden.
  3. Was hilft: eine Reaktion des Empfängers. Eine Rückfrage, eine Teilzahlung, eine Bestätigung. Solche Antworten gehören aufbewahrt.
  4. Was ebenfalls hilft: ein zweiter Weg bei wichtigen Beträgen. Wer eine hohe Schlussrechnung stellt, schickt sie zusätzlich per Post.
  5. Und praktisch am wichtigsten: Zahlt jemand nicht, ruf an, bevor Du mahnst. In den meisten Fällen ist die Mail im Spam gelandet — das klärt ein Telefonat in zwei Minuten.

Damit die Rechnung ankommt

  • SPF, DKIM und DMARC für die eigene Domain einrichten. Ohne diese Einträge ist der Spam-Ordner der wahrscheinlichste Empfänger.
  • Aussagekräftiger Betreff: „Rechnung 2026-118, RECmode" statt „Ihre Rechnung".
  • Die wichtigsten Angaben in den Text der Mail, nicht nur in den Anhang: Betrag, Rechnungsnummer, Zahlungsziel als Datum.
  • PDF statt Bild oder Textdokument. Ein Foto der Rechnung wirkt unseriös und lässt sich nicht weiterverarbeiten.
  • Keine Archive und keine Passwörter auf dem Anhang. Beides wird von Filtern aussortiert.
  • Aus dem Auftrag erzeugen statt abtippen. Das spart Zeit und verhindert die Zahlendreher, die später Rückfragen auslösen.

Aufbewahren

Die versendete Rechnung ist aufbewahrungspflichtig — elektronisch, unveränderbar, über die gesetzliche Frist. Ein Ausdruck im Ordner ersetzt das nicht, wenn das Original elektronisch entstanden ist.

Praktisch heißt das: Die Rechnung gehört in ein System, in dem sie nicht einfach überschrieben werden kann — ein Rechnungsprogramm, die Ablage der Steuerberatung oder ein Archiv mit Versionierung. Der gesendet-Ordner im Postfach ist kein Archiv.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen zum Thema.

Muss der Kunde dem E-Mail-Versand zustimmen?
Für die einfache Übermittlung genügt in der Praxis stillschweigendes Einverständnis. Im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen ist der elektronische Empfang ohnehin verpflichtend.
Braucht eine PDF-Rechnung eine Signatur?
Nein. Eine elektronische Signatur ist für die Wirksamkeit nicht erforderlich.
Was, wenn der Kunde sagt, er habe nichts bekommen?
Erneut senden, zusätzlich anrufen und bei wichtigen Beträgen einen zweiten Weg wählen. Den Zugang müsstest Du beweisen, und das gelingt mit einem Sendebericht nicht.
Darf ich die Rechnung nur ausdrucken und ablegen?
Nein, wenn sie elektronisch entstanden ist. Dann ist die Datei das Original und muss elektronisch aufbewahrt werden.
Der nächste Schritt

Rechnungen, die
ankommen.

Wir richten Versand und Absenderprüfung so ein, dass nichts im Spam landet. Der Digital-Check zeigt in drei Minuten, wo bei Dir etwas hängen bleibt.