Der Name, den
Du am Telefon sagst.
Eine Domain wählt man einmal und behält sie zwanzig Jahre. Sie steht auf dem Fahrzeug, auf der Rechnung und wird am Telefon buchstabiert. Genau daran sollte man sie messen – nicht daran, wie clever sie beim Ausdenken klang.
Der Test am Telefon
Sag Deine Wunschadresse laut, so als würdest Du sie einem Kunden am Telefon durchgeben. Musst Du buchstabieren, erklären oder „mit Bindestrich" sagen, ist sie zu kompliziert.
- Kurz. Je kürzer, desto weniger Tippfehler.
- Ohne Bindestriche, wenn es geht. Sie gehen beim Diktieren verloren.
- Ohne Umlaute. Technisch möglich, in der Praxis eine Fehlerquelle – in E-Mail-Adressen besonders.
- Keine Zahlen, die man als Ziffer oder als Wort schreiben könnte.
- Nicht mit einem fremden Markennamen darin. Das ist kein Stilthema, sondern ein rechtliches.
Name des Betriebs oder Suchbegriff?
Die alte Idee, den wichtigsten Suchbegriff in die Adresse zu packen, bringt heute kaum noch Vorteile bei der Platzierung. Sie hat aber einen anderen Effekt: Eine Adresse aus Leistungsbegriffen klingt nach Portal, nicht nach Betrieb.
- Betriebsname: aufbaufähig, wiedererkennbar, funktioniert auch, wenn sich das Angebot ändert. Für die meisten die richtige Wahl.
- Leistung im Namen: kann helfen, wenn der Betriebsname nichtssagend ist – aber dann besser als Ergänzung, nicht als Ersatz.
- Ortsnamen in der Adresse: binden den Betrieb fest an einen Ort. Wer wächst oder umzieht, schleppt das mit.
Die Endung
- .de ist für einen deutschen Betrieb die naheliegende Wahl und wird von Kunden erwartet.
- .com lohnt zusätzlich, wenn die Adresse international gelesen wird oder der Name sonst leicht verwechselt wird.
- Neue Endungen wie .shop oder .digital funktionieren technisch einwandfrei, werden aber am Telefon oft nicht verstanden.
- .eu, .at, .ch nur, wenn es dort wirklich Geschäft gibt.
Wer unsicher ist, sichert die naheliegenden Varianten mit und leitet sie auf die Hauptadresse weiter. Das ist der einzige Fall, in dem mehrere Adressen sinnvoll sind.
Bei der Registrierung aufpassen
- Inhaber ist der Betrieb, nicht die Agentur, nicht ein Mitarbeiter privat. Das ist der wichtigste Punkt überhaupt – der Eintrag entscheidet, wem die Adresse gehört.
- E-Mail-Adresse im Eintrag muss erreichbar sein. An sie gehen Verlängerungs- und Bestätigungsnachrichten. Eine Adresse, die auf derselben Domain liegt, ist keine gute Idee.
- Automatische Verlängerung einschalten. Eine abgelaufene Domain nimmt die Website und alle E-Mail-Adressen mit.
- Zahlungsmittel aktuell halten. Eine abgelaufene Karte ist ein häufiger Grund für verlorene Adressen.
- Vor der Registrierung prüfen, ob der Name markenrechtlich frei ist. Eine Recherche im Markenregister kostet nichts und erspart im Zweifel eine Abmahnung samt Umzug.
Was rechtlich zu bedenken ist
Eine Domain, die eine fremde Marke oder einen fremden Firmennamen enthält, kann Ansprüche auslösen – auf Unterlassung und auf Übertragung. Dasselbe gilt für Namen bekannter Personen und für Bezeichnungen, die eine Zulassung voraussetzen.
Unkritisch sind beschreibende Begriffe in Kombination mit dem eigenen Namen. Kritisch wird es, wenn Verwechslungsgefahr mit einem geschützten Zeichen besteht. Das ist eine Einordnung und ersetzt keine Rechtsberatung; bei Zweifeln lohnt eine kurze Prüfung, bevor die Adresse auf Fahrzeugen steht.

