„Betreuung" ist
keine Leistung.
Ein Wartungsvertrag ist sinnvoll – und er ist einer der Verträge, die am häufigsten nichts aussagen. „Laufende Betreuung der Website" kann alles bedeuten: eine Stunde im Monat oder ein Blick pro Jahr. Ohne Leistungsbeschreibung ist er eine Abbuchung.
Was benannt sein muss
- Aktualisierungen: Was wird aktualisiert, wie oft, und was passiert, wenn ein Update etwas kaputt macht? Wer stellt wieder her, und ist das enthalten?
- Sicherungen: Wie oft, wie lange aufbewahrt, wo gespeichert, und wer spielt im Ernstfall zurück? Am besten mit einer Zusage, wie lange das dauern darf.
- Überwachung: Wird geprüft, ob die Seite erreichbar ist? In welchem Abstand, und wer wird wann benachrichtigt?
- Reaktionszeit: Innerhalb welcher Frist wird auf eine Störung reagiert – und gilt das auch freitags um 16 Uhr?
- Inhaltliche Änderungen: Ist ein Kontingent enthalten? In Stunden oder in Änderungen? Verfällt es?
- Berichte: Bekommst Du etwas Schriftliches darüber, was gemacht wurde? Ohne das lässt sich nicht beurteilen, wofür gezahlt wird.
- Zugänge: Wer hat welche, und wie kommst Du selbst daran?
Woran sich ein schlechter Vertrag erkennen lässt
- Keine Leistungsbeschreibung, nur ein Sammelbegriff.
- Die Domain läuft auf den Dienstleister. Dann gehört Dir Deine Adresse nicht – das ist der wichtigste Punkt überhaupt.
- Kein Zugang zu Dateien und Datenbank. Wer nicht heraus kann, kann nicht wechseln.
- Lange Laufzeit ohne Gegenleistung. Eine Bindung ist in Ordnung, wenn dafür etwas geliefert wird.
- Keine Reaktionszeit. „Wir kümmern uns" ist keine Zusage.
- Änderungen nur über den Dienstleister, obwohl das System eine Bearbeitung erlaubt.
- Niedriger Bau-, hoher Betreuungspreis. Rechne beides über drei Jahre zusammen, dann wird es vergleichbar.
Wann sich ein Vertrag lohnt – und wann nicht
Der Bedarf hängt daran, worauf die Seite gebaut ist.
- Lohnt sich: Seiten auf einem System mit Erweiterungen. Dort gibt es regelmäßig Aktualisierungen, und jede kann etwas brechen. Ohne Pflege sammelt die Seite Sicherheitslücken.
- Lohnt sich: Seiten mit Shop, Buchung oder Anbindung an andere Systeme.
- Lohnt sich weniger: Seiten aus fertigen Dateien ohne Serverprogramm. Dort gibt es nichts zu aktualisieren; es bleiben Domain, Hosting und gelegentliche Inhalte.
- In jedem Fall sinnvoll: eine Vereinbarung über Erreichbarkeit und Reaktionszeit – auch ohne monatliche Pflege.
Der Wartungsmodus
Ein Detail, das oft falsch gemacht wird: Wenn die Seite für Arbeiten kurzzeitig nicht erreichbar ist, sollte sie das richtig sagen.
- Eine Wartungsseite mit dem Statuscode 503 statt 200. Damit weiß auch die Suchmaschine, dass es vorübergehend ist – sonst wird die Wartungsseite indexiert.
- Ein Hinweis, wann es weitergeht, und eine Telefonnummer.
- Impressum bleibt erreichbar – die Pflicht gilt auch während der Wartung.
- Und: Arbeiten nach Möglichkeit auf einer Kopie machen, dann braucht es den Modus gar nicht.

