Die meisten Angriffe
sind vollautomatisch.
„Wer sollte ausgerechnet uns angreifen?" ist die verbreitetste Fehleinschätzung im Netz. Angriffe suchen keine Ziele aus – sie durchsuchen das Netz nach bekannten Lücken und nehmen, was sie finden.
Wie Angriffe wirklich ablaufen
Der typische Angriff ist kein Mensch, sondern ein Programm. Es geht Adresse für Adresse durch, prüft die Version der eingesetzten Software und probiert bekannte Lücken. Ob dahinter ein Konzern oder ein Malerbetrieb steht, spielt keine Rolle.
Was ein erfolgreicher Angriff anrichtet, ist selten dramatisch und fast immer teuer: versteckte Weiterleitungen auf fremde Seiten, eingeschleuste Werbelinks, die Website als Versender von Spam. Meistens merkt es der Betreiber erst, wenn Google eine Warnung anzeigt.
Die fünf Punkte, die zählen
- Updates. Die mit Abstand häufigste Ursache. Kern, Erweiterungen und Vorlagen aktuell halten — automatisch, wenn möglich. Eine veraltete Erweiterung ist eine offene Tür mit Wegbeschreibung.
- Zugänge. Eigene Passwörter pro Dienst, Zwei-Faktor-Anmeldung überall, wo sie angeboten wird. Kein Benutzer heißt „admin".
- Sicherungen. Regelmäßig, automatisch, und an einem Ort, der nicht auf demselben Server liegt. Eine Sicherung, die nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung, keine Sicherung.
- Verschlüsselung. HTTPS auf allen Seiten, automatische Weiterleitung von HTTP, und ein HSTS-Header, damit der Browser es sich merkt.
- Weniger einbauen. Jede Erweiterung, die Du nicht installierst, kann keine Lücke haben. Das ist die wirksamste Maßnahme überhaupt und kostet nichts.
In zehn Minuten selbst prüfen
- Schloss-Symbol im Browser vorhanden? Und wird
http://automatisch zuhttps://? - Versionen aktuell? Im Verwaltungsbereich nachsehen, ob Updates anstehen.
- Wann wurde zuletzt gesichert? Und wurde die Sicherung schon einmal probeweise zurückgespielt?
- Wer hat Zugang? Alte Konten von Dienstleistern oder ehemaligen Mitarbeitern löschen.
- Was ist installiert? Erweiterungen, die niemand nutzt, entfernen statt deaktivieren.
Wenn doch etwas passiert
- Seite offline nehmen oder auf eine Wartungsseite schalten.
- Alle Passwörter ändern — Hosting, Verwaltung, Datenbank, FTP.
- Aus einer Sicherung zurückspielen, die nachweislich vor dem Vorfall liegt.
- Erst danach alles aktualisieren und schließen, was offen war.
- In der Search Console prüfen, ob Google eine Warnung ausgibt, und die Überprüfung anfordern.
Der wichtigste Schritt ist der dritte. Wer nur aufräumt, ohne zurückzuspielen, übersieht fast immer eine Hintertür.

