Die meisten Seiten sind langsam
aus demselben Grund.
Ladezeit wird gern als Feinschliff behandelt. Dabei entscheidet sie darüber, ob ein Besucher überhaupt ankommt – vor allem auf dem Handy im Mobilfunknetz, wo die meisten Besuche stattfinden.
Zuerst messen, dann ändern
Ohne Messung ändert man auf Verdacht. Zwei Werte reichen für den Anfang:
- LCP (Largest Contentful Paint): Wann ist das größte sichtbare Element da? Unter 2,5 Sekunden gilt als gut.
- CLS (Cumulative Layout Shift): Wie stark springt das Layout beim Laden? Unter 0,1 gilt als gut.
Dazu kommt INP (Interaction to Next Paint) – die Reaktionszeit auf Eingaben, seit März 2024 anstelle von FID. Unter 200 Millisekunden gilt als gut.
Ursache 1: Bilder — fast immer der größte Posten
Bilder machen bei den meisten Seiten den Löwenanteil der übertragenen Daten aus. Und fast immer sind sie um ein Vielfaches größer, als sie sein müssten.
- Richtige Größe. Ein Bild, das 600 Pixel breit angezeigt wird, muss nicht 4000 Pixel breit sein. Das ist der häufigste und größte Fehler.
- Modernes Format. WebP oder AVIF statt JPEG spart bei gleicher Qualität einen erheblichen Teil.
- Nachladen, was unten steht. Bilder außerhalb des sichtbaren Bereichs mit
loading="lazy"laden. - Maße angeben. Breite und Höhe im HTML verhindern das Springen des Layouts beim Laden — das ist der direkteste Hebel auf CLS.
Ursache 2: Skripte, die niemand braucht
Jedes eingebundene Skript kostet – beim Laden und beim Ausführen. Typische Kandidaten: Analyse-Werkzeuge, Chat-Fenster, Bewertungs-Anzeigen, Karten, Schieberegler für Bilder, Animationsbibliotheken.
Der ehrliche Test: Geh die Liste durch und frag bei jedem Eintrag, was passieren würde, wenn er weg wäre. Bei mindestens der Hälfte lautet die Antwort: nichts.
Was bleibt, sollte verzögert geladen werden (defer), damit es das Anzeigen der Seite nicht aufhält.
Ursache 3: Schriften
Schriften blockieren das Anzeigen von Text, bis sie geladen sind. Drei Maßnahmen, die zusammen fast alles lösen:
- Schriften selbst ausliefern statt von einem fremden Server. Das spart eine zusätzliche Verbindung — und löst gleichzeitig ein Datenschutzthema.
- Nur die Schnitte laden, die vorkommen. Vier Gewichte, die niemand benutzt, sind vier unnötige Dateien.
font-display: swapsetzen. Dann erscheint der Text sofort in einer Ersatzschrift und wird ausgetauscht, sobald die richtige da ist.
Was am meisten bringt, in dieser Reihenfolge
- Bilder verkleinern und ins richtige Format bringen.
- Bildmaße im HTML angeben.
- Skripte aussortieren, Rest verzögert laden.
- Schriften lokal, reduziert, mit
swap. - Caching einschalten, damit Wiederkehrer nichts neu laden.
Punkt eins und zwei lösen bei den meisten Seiten den Großteil des Problems. Wer mit Punkt fünf anfängt, optimiert an der falschen Stelle.

