Der Kanal, der
Dir wirklich gehört.
Reichweite in sozialen Netzwerken ist geliehen: Eine Änderung im Algorithmus, und die Hälfte ist weg. Eine E-Mail-Liste ist das Gegenteil – sie gehört dem Betrieb. Die Frage ist nur, ob ein Handwerksbetrieb oder eine Praxis überhaupt etwas zu schreiben hat.
Wann es sich lohnt – und wann nicht
Ein Newsletter lohnt, wenn es wiederkehrenden Bedarf gibt und wenn Du etwas zu sagen hast, das für den Empfänger nützlich ist. Er lohnt nicht als reines Werbeblatt.
- Lohnt sich: Wartungs- und Prüfzyklen, saisonale Themen, neue Vorschriften, Förderprogramme, Öffnungszeiten in den Ferien, abgeschlossene Projekte mit Bildern.
- Lohnt sich: Betriebe, bei denen Kunden alle paar Jahre wiederkommen. Die Erinnerung zur richtigen Zeit ist dort mehr wert als jede Anzeige.
- Lohnt sich nicht: Wenn die einzige denkbare Nachricht „Wir sind noch da" ist. Dann ist der Aufwand höher als der Ertrag.
- Lohnt sich nicht, wenn niemand die Zeit hat, ihn regelmäßig zu schreiben. Vier gute Mails im Jahr schlagen zwölf lustlose.
Der rechtliche Rahmen
Werbung per E-Mail braucht eine Einwilligung. Das steht in § 7 UWG, ergänzt durch die Anforderungen der DSGVO an die Einwilligung. In der Praxis heißt das:
- Doppelte Bestätigung. Nach der Anmeldung geht eine Mail mit Bestätigungslink raus; erst der Klick macht die Anmeldung wirksam. Ohne das lässt sich später nicht belegen, dass die Person es selbst war.
- Kein vorangekreuztes Kästchen und keine Kopplung an etwas anderes.
- Abmeldelink in jeder Mail, gut sichtbar, ohne Anmeldung, mit sofortiger Wirkung.
- Impressumsangaben in jeder Mail.
- Nachweis aufbewahren: Zeitpunkt, Quelle und Bestätigung der Anmeldung.
- Keine gekauften Adressen. Dafür gibt es keine wirksame Einwilligung – und es ist der schnellste Weg zu einer Abmahnung.
Eine enge Ausnahme gibt es für Bestandskunden bei eigenen, ähnlichen Leistungen. Sie hat mehrere Bedingungen und ist kein Freibrief; eine saubere Einwilligung ist der ruhigere Weg. Auch das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung.
Wie ein Verteiler entsteht
- Ein Feld auf der Website, das sagt, was drin steht und wie oft es kommt. „Newsletter abonnieren" allein überzeugt niemanden.
- Nach jedem abgeschlossenen Auftrag fragen – am besten persönlich, wenn die Zufriedenheit gerade frisch ist.
- In der Signatur eine Zeile mit Link.
- Auf Rechnungen und Übergabeprotokollen ein kurzer Hinweis.
- Geduld. Ein Verteiler mit zweihundert echten Adressen ist mehr wert als zweitausend zusammengeklaubte.
Was in eine gute Mail gehört
- Ein Thema. Nicht fünf. Wer alles unterbringen will, wird überflogen.
- Eine Betreffzeile, die den Nutzen nennt, nicht den Absender.
- Kurz. Zwei bis vier Absätze reichen. Das Ausführliche steht auf der Website, verlinkt.
- Ein Bild aus dem Betrieb, kein Symbolbild.
- Eine Handlung am Ende, und nur eine.
Und der wichtigste Punkt: absehbar bleiben. Wer einmal im Quartal schreibt, wird erwartet. Wer unregelmäßig auftaucht, wird abbestellt.

