Die Mail kommt
zurück.
Dreißig Baustellenfotos, ein Video vom Schadensfall, ein Plan als PDF — und die Mail kommt zurück. E-Mail ist für große Dateien nie gedacht gewesen, und jeder Anbieter zieht seine Grenze woanders.
Warum E-Mail scheitert
- Jeder Anbieter hat eigene Grenzen, häufig zwischen 10 und 50 Megabyte. Entscheidend ist die kleinere der beiden Grenzen — Deine und die des Empfängers.
- Anhänge werden größer, als sie sind. Für den Versand werden sie umkodiert; rechne mit etwa einem Drittel Aufschlag.
- Große Anhänge landen häufiger im Spam, besonders mit mehreren Dateien.
- Archive werden oft blockiert. Viele Filter lassen ZIP-Dateien gar nicht durch.
- Und das Postfach des Empfängers läuft voll — danach kommt von Dir gar nichts mehr an.
Die Wege im Vergleich
- Link aus dem eigenen Cloud-Speicher. Der beste Weg für Betriebe: Die Datei liegt ohnehin dort, der Link lässt sich befristen und mit Passwort schützen, und er lässt sich später wieder entziehen.
- Übertragungsdienste für einmalige große Sendungen. Bequem, aber die Datei liegt bei einem Dritten — für Kundendaten nur mit Blick auf den Anbieter und dessen Standort.
- Der eigene Webspace. Datei hochladen, Link verschicken. Kostet nichts extra, verlangt aber Disziplin beim Aufräumen und einen Schutz gegen zufälliges Auffinden.
- Physisch: USB-Stick oder Festplatte. Bei sehr großen Videomengen immer noch der schnellste Weg — verschlüsselt, wenn Kundendaten darauf sind.
- Was nicht taugt: die Datei in zehn Mails aufteilen. Das erzeugt genau das Chaos, das man vermeiden wollte.
Datenschutz
- Was ist in der Datei? Baustellenfotos ohne Personen sind unkritisch. Bilder mit erkennbaren Menschen, Ausweise, Gesundheitsunterlagen oder Personallisten sind es nicht.
- Anbieter mit Verarbeitung in der EU bevorzugen und einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung abschließen, wenn regelmäßig Kundendaten übertragen werden.
- Links befristen. Ein Link ohne Ablaufdatum funktioniert in drei Jahren noch — und wandert bis dahin durch beliebig viele Postfächer.
- Passwort getrennt übermitteln, nicht in derselben Mail. Sonst ist es kein Schutz, sondern Dekoration.
- „Jeder mit dem Link" ist öffentlich. Solche Links werden gefunden; für Kundendaten ist die Freigabe an benannte Personen der richtige Weg.
- Nach Abschluss löschen. Was nicht mehr gebraucht wird, gehört weg — das ist der einfachste Datenschutz überhaupt.
Dieser Beitrag ordnet ein und ersetzt keine Rechtsberatung.
Dauerhaft lösen statt jedes Mal improvisieren
- Einen Weg festlegen, den alle nutzen — nicht drei parallel.
- Eine Ordnerstruktur je Kunde und Auftrag, damit der Link direkt auf den richtigen Ordner zeigt.
- Fotos beim Aufnehmen richtig ablegen, nicht abends sortieren.
- Eine Standardformulierung für die Mail: was im Ordner liegt, wie lange der Link gilt, wen man bei Problemen anruft.
- Und in die andere Richtung: Wer regelmäßig große Dateien von Kunden bekommt, richtet einen Upload-Ordner ein, statt auf Mails zu warten, die nie ankommen.
Der Aufwand ist einmalig ein Nachmittag. Danach entfällt die Diskussion, die sonst bei jedem größeren Auftrag neu geführt wird.

