Ein Domainumzug
ist planbar.
Ein Domainumzug ist unspektakulär, solange man die Reihenfolge einhält. Wer sie vertauscht, steht ein paar Stunden ohne Website und ohne E-Mail da – und E-Mail ist der Teil, der wehtut.
Die Begriffe, die man auseinanderhalten muss
- Registrar — bei wem die Domain registriert ist.
- Nameserver — wer die Frage beantwortet „Wo liegt diese Domain?".
- Hosting — wo die Dateien der Website liegen.
- Mailserver — wo die E-Mails ankommen.
Diese vier können bei vier verschiedenen Anbietern liegen. Ein „Umzug" kann jeden einzelnen davon meinen – und die Schritte sind jeweils andere.
Die Reihenfolge, die Ausfälle verhindert
- Bestandsaufnahme. Alle DNS-Einträge der aktuellen Domain notieren oder exportieren: A, AAAA, CNAME, MX, TXT. Besonders die TXT-Einträge für SPF, DKIM und DMARC — sie werden am häufigsten vergessen.
- Neues Ziel vorbereiten. Website beim neuen Hoster aufsetzen und unter einer Testadresse prüfen. Erst wenn dort alles läuft, geht es weiter.
- TTL herabsetzen. Ein bis zwei Tage vorher die Gültigkeitsdauer der DNS-Einträge auf einen kleinen Wert stellen. Dann greift die Umstellung später in Minuten statt in Stunden.
- E-Mail zuerst. Postfächer anlegen und den vorhandenen Bestand übertragen, bevor die MX-Einträge umgestellt werden.
- Umstellen. DNS auf das neue Ziel zeigen lassen. Website und E-Mail parallel prüfen.
- Nachlauf. Altes Hosting noch ein bis zwei Wochen laufen lassen. Es kostet wenig und rettet, was vergessen wurde.
E-Mail: der Teil, der wehtut
Eine Website, die eine Stunde nicht erreichbar ist, merken wenige. E-Mails, die in dieser Stunde verloren gehen, merkt man wochenlang.
Deshalb: Postfächer zuerst am neuen Ort anlegen, Bestand übertragen, und erst dann die MX-Einträge ändern. In der Übergangszeit können Mails an beiden Orten ankommen – deshalb beide Postfächer prüfen, bis sicher ist, dass alles am neuen Ort landet.
Die drei TXT-Einträge nicht vergessen: SPF legt fest, wer in Deinem Namen senden darf; DKIM signiert ausgehende Mails; DMARC sagt, was mit Mails passieren soll, die beides nicht erfüllen. Fehlen sie nach dem Umzug, landen Deine Mails im Spam-Ordner.
Was mit der Sichtbarkeit passiert
Wenn nur der Server wechselt und die Adressen gleich bleiben, passiert bei Google nichts. Wenn sich die Domain ändert, ist es ein anderer Fall: Dann braucht jede alte Adresse eine 301-Weiterleitung auf die entsprechende neue.
Die alte Domain sollte mindestens ein Jahr bestehen bleiben und weiterleiten – lieber länger. Links von außen verschwinden nicht, nur weil Du umgezogen bist.

