Zwölf Beiträge,
die etwas bringen.
Die meisten Betriebsblogs haben vier Beiträge aus dem Jahr der Erstellung und dann nichts mehr. Das liegt nicht an fehlender Zeit, sondern daran, dass niemand wusste, worüber er schreiben soll – und ob es überhaupt etwas bringt.
Wann es sich rechnet
Ein Blog wirkt langsam und dann dauerhaft. Er ist kein Werbekanal, sondern eine Antwortsammlung. Er lohnt sich, wenn zwei Dinge zutreffen.
- Es gibt Fragen, die Kunden vor der Beauftragung stellen. Bei erklärungsbedürftigen Leistungen ist das immer so.
- Es gibt jemanden, der sie beantworten kann – fachlich, aus der Praxis. Ohne diese Person entsteht austauschbarer Text, und davon gibt es genug.
Nicht lohnen wird es sich, wenn allgemeine Themen abgeschrieben werden. Ein Beitrag, der dasselbe sagt wie zwanzig andere, hat keinen Grund, gefunden zu werden.
Worüber schreiben
- Die Fragen vom Telefon. Zwei Wochen mitschreiben – das ist die beste Themenliste, die es gibt.
- Die Fragen aus der Search Console. Dort steht, mit welchen Formulierungen Menschen schon jetzt auf Deiner Seite landen.
- Die Entscheidungen vor dem Auftrag. „Reparieren oder erneuern", „selbst machen oder machen lassen", „welches Material wofür". Dort fällt die Vorentscheidung.
- Die Fehler, die Du ständig siehst. Nichts wird lieber gelesen als das, was andere falsch machen.
- Ein abgeschlossener Fall. Ausgangslage, Lösung, Ergebnis, mit Bildern. Das ist gleichzeitig eine Referenz.
- Neue Vorschriften und Fristen, die Deine Kunden betreffen.
Was nicht funktioniert: Firmenjubiläen, Weihnachtsgrüße, Messebesuche, neue Mitarbeiter. Das interessiert niemanden außerhalb des Betriebs und gehört – wenn überhaupt – in die sozialen Netzwerke.
Wie ein Beitrag aufgebaut ist
- Eine Überschrift, die die Frage enthält, so wie sie gestellt wird.
- Die Antwort im ersten Absatz. Nicht am Ende. Wer die Antwort sucht und zehn Absätze Anlauf findet, geht zurück.
- Dann die Einzelheiten, gegliedert in Abschnitte mit eigenen Überschriften.
- Konkret bleiben: Zeiträume, Abläufe, Voraussetzungen, Normen mit Nummer. Jede überprüfbare Angabe ist mehr wert als ein Absatz Meinung.
- Eine Handlung am Ende, die zum Thema passt.
- 600 bis 1000 Wörter für die meisten Fragen. Länge ist kein Ziel; Vollständigkeit schon.
Wie der Aufwand beherrschbar bleibt
- Diktieren statt tippen. Erzähl die Antwort so, wie Du sie am Telefon gibst. Die Abschrift ist die Rohfassung – und sie klingt nach Dir.
- Ein fester Termin im Monat, eine Stunde. Zwölf Beiträge im Jahr sind mehr, als die meisten Betriebe je hatten.
- Ein Vorrat an Themen, damit die Stunde nicht mit Suchen vergeht.
- Werkzeuge für die Form, nicht für den Inhalt. Ein Sprachmodell darf gliedern und glätten – die Fakten kommen aus Deiner Praxis.
- Alte Beiträge aktualisieren statt neue schreiben. Ein überarbeiteter Beitrag zu einem Thema, das schon Besucher bringt, wirkt oft stärker als ein neuer.
Und der Punkt, der über den Erfolg entscheidet: Jeder Beitrag muss auf die passende Leistungsseite verweisen. Ein Blog, der informiert und nirgendwo hinführt, ist ein Nachschlagewerk, kein Vertriebsweg.

