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Technik

Der Besucher ist da.
Nur falsch abgebogen.

Ein 404 heißt: Die Adresse gibt es nicht. Der Besucher ist trotzdem schon da – er hat geklickt, er wollte etwas. Die Standardseite der meisten Systeme schickt ihn wieder weg. Eine eigene Seite fängt ihn auf.

Von 3 Minuten Lesezeit

Was der Code bedeutet

404 ist der Statuscode für „nicht gefunden". Wichtig ist, dass die Seite diesen Code auch wirklich sendet und nicht heimlich einen Erfolg meldet.

  • 404 mit eigener Seite: richtig. Suchmaschinen streichen die Adresse, der Besucher bekommt einen Weg angeboten.
  • 404-Text, aber Statuscode 200: der sogenannte weiche 404. Für Google sieht das aus wie eine leere Seite, die es behalten soll. Das ist der häufigste Fehler und einer der wenigen, die die Search Console ausdrücklich meldet.
  • Alles auf die Startseite umleiten: schlecht. Der Besucher landet irgendwo und weiß nicht, warum. Für Suchmaschinen ist es ebenfalls ein weiches 404.
  • 410 statt 404: sagt „gab es, gibt es endgültig nicht mehr". Sinnvoll, wenn eine Seite bewusst dauerhaft entfernt wurde.

Was auf die Seite gehört

  1. Ein Satz ohne Schuldzuweisung. „Diese Seite gibt es nicht mehr" reicht. Kein „Fehler 404 – Ihre Anfrage konnte nicht verarbeitet werden".
  2. Die wichtigsten Wege: Startseite, Leistungen, Kontakt. Drei Links, keine Sitemap.
  3. Die Telefonnummer, anklickbar. Wer etwas Bestimmtes gesucht hat, ruft eher an als weiterzusuchen.
  4. Die gewohnte Navigation und der Footer. Eine kahle Fehlerseite wirkt, als wäre die ganze Website kaputt.
  5. Kein Humor um jeden Preis. Wer gerade eine Rechnung oder einen Termin sucht, findet den Witz nicht lustig.

Kaputte Adressen finden

  • Search Console, Bericht zur Indexierung. Dort steht unter „Nicht gefunden (404)", welche Adressen Google versucht hat – und im Detail, von wo aus verlinkt wurde.
  • Die eigene Auswertung: Aufrufe der Fehlerseite zählen. Steigt die Zahl plötzlich, ist etwas kaputtgegangen.
  • Nach einem Relaunch systematisch prüfen: Alle alten Adressen aus der letzten Sitemap durchgehen und sehen, ob sie antworten.
  • Interne Verweise prüfen. Ein toter Link im eigenen Text ist peinlicher als einer von außen – und er ist in Minuten behoben.

Weiterleiten oder 404 lassen?

Die Faustregel: Weiterleiten, wenn es einen echten Nachfolger gibt. 404 lassen, wenn nicht.

  1. Seite umbenannt oder zusammengelegt: dauerhafte Weiterleitung (301) auf die neue Adresse. So bleibt der Wert erhalten, den die alte Adresse hatte.
  2. Inhalt ersatzlos entfernt: 404 oder 410. Eine Weiterleitung auf etwas Unpassendes hilft niemandem.
  3. Tippfehler-Adressen, die häufig aufgerufen werden: Weiterleitung, wenn klar ist, was gemeint war.
  4. Keine Ketten. Jede Weiterleitung muss direkt auf das Endziel zeigen. Zweistufige Ketten entstehen unbemerkt, wenn eine Seite zweimal umgezogen ist – und sie kosten Geschwindigkeit und Wert.

Und ein Punkt, der oft vergessen wird: Nach jedem Relaunch gehören die alten Adressen in eine Liste, die jemand einmal durchgeht. Das ist eine Stunde Arbeit und verhindert, dass jahrelang aufgebaute Sichtbarkeit ins Leere läuft.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen zum Thema.

Schaden 404-Fehler dem Ranking?
Einzelne nicht. Google erwartet, dass Seiten verschwinden. Problematisch wird es, wenn wichtige Seiten plötzlich 404 liefern oder wenn die Fehlerseite den Statuscode 200 sendet.
Soll ich alle alten Adressen weiterleiten?
Nur die mit einem echten Nachfolger. Eine Sammelweiterleitung auf die Startseite wird von Google als weicher 404 gewertet.
Wie finde ich Links von fremden Seiten auf meine 404?
In der Search Console unter „Nicht gefunden" die betroffene Adresse öffnen – dort steht, von wo aus verlinkt wird.
Braucht die Fehlerseite ein Impressum?
Die Pflichtangaben müssen von jeder Seite aus erreichbar sein. Wenn der Footer auf der Fehlerseite steht, ist das erfüllt.
Der nächste Schritt

Kein Besucher,
der ins Leere läuft.

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